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Edition, Übersetzung und Kommentierung der Amoenitates Exoticae (1712) von Engelbert Kaempfer — Universität Bonn

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Der deutsche Arzt und gelehrte Reisende Engelbert Kaempfer (1651-1716) veröffentlichte 1712 in Lemgo sein Hauptwerk, die lateinisch abgefassten Amoenitates Exoticae, ein Schlüsselwerk der frühneuzeitlichen Welterfassung in Europa. Das fast 1.000 Seiten umfassende Buch besteht aus fünf Faszikeln (zusätzlich versehen mit Einleitung, Indices und Errata-Liste), in denen Kaempfer seine vielfältigen Beobachtungen und Erkenntnisse über natürliche und geographische Gegebenheiten, Politik Kulturgeschichte sowie Landeskunde festgehalten hat, die er im Laufe seiner fast zehnjährigen Reise durch Russland, Persien, Indien, Südostasien und Japan (1683-1692) gesammelt hatte.

Kaempfer hat einen herausragenden Anteil am Prozess der Wissenschafts- und Reisegeschichte sowie an der Weiterentwicklung der verschiedenen natur- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen zwischen Humanismus und Aufklärung. Sein hoher Rang als profilierter neulateinischer Autor innerhalb der gesamten Entwicklung der lateinischen Sprache und Literatur von der Antike bis zum beginnenden 18. Jahrhundert ist bisher nur ansatzweise gewürdigt worden.

Das Werk liegt nur in der Originalausgabe von 1712 vor. Es ist bis heute lediglich in Teilen und zudem oftmals unter formalen (grammatischen und sprachlich-stilistischen) ebenso wie unter sachlichen Aspekten unzutreffend übersetzt und kommentiert worden; infolgedessen wurde dieses Hauptwerk für die Beurteilung von Kaempfers Leistung und seines Standorts in der Wissenschaftsgeschichte nicht genügend berücksichtigt.

Die Amoenitates Exoticae wurden daher von 2008 bis 2010 von einem Projektteam des Centre for the Classical Tradition

an der Bonner Universität unter der Leitung von Prof. Dr. Detlef Haberland bearbeitet, unterstützt von auswärtigen Spezialisten.

Förderung

Das Projekt wird seit 2008 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Seit Februar 2011 ist es nunmehr an der Universität Oldenburg beheimatet.

Beteiligte Forscher

Prof. Dr. Detlef Haberland (Oldenburg), Dr. Karl August Neuhausen (Bonn), Dr. Astrid Steiner-Weber (Bonn), Ulrike Henny (Bonn).

Edition

Transkription, Übersetzung, Kommentar: in Bearbeitung.

Digitalisat: SUB Göttingen, Signatur 8 ITIN I, 2986, gbv-ppn: PPN487493915

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