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Joannes VI. Kantakuzenos, Historiai: Kritische Edition

 

Das von Joannes VI. Kantakuzenos (1347-1354) verfasste Geschichtswerk stellt eine Apologie seines politischen Wirkens dar. Als Verwandter und engster Vertrauter des jungen Mitkaisers Andronikos III. (1328-1341) unterstützte er diesen beim Aufstand gegen seinen Großvater Andronikos II. (1282-1328) und dem daraus resultierenden Bürgerkrieg. Nach dem Tod des jüngeren Andronikos ließ Joannes Kantakuzenos sich selbst zum Kaiser ausrufen und brachte damit die Anhängerschaft des legitimen, aber minderjährigen Thronfolgers gegen sich auf. Es kam erneut zum Bürgerkrieg, und obwohl Joannes 1347 in Konstantinopel inthronisiert wurde, gelang es ihm nicht, seine Herrschaft auf Dauer zu sichern. 1354 dankte er ab und zog sich in ein Kloster zurück.
Sein Geschichtswerk beschreibt die Jahre von 1320 bis 1364 aus der persönlichen Sicht eines der politischen Hauptakteure jener Zeit. Die letzte Gesamtausgabe wurde 1828-1832 von L. Schopen im Rahmen des Bonner Corpus scriptorum historiae byzantinae veranstaltet; Teilausgaben besorgten in den 1970er Jahren T.S. Miller und R.H. Trone. Für die geplante Neuedition im Corpus fontium historiae byzantinae wird der Text auf der Basis aller relevanten Textzeugen kritisch ediert und mit den üblichen Prolegomena, Apparaten und Indices versehen.

 

Beteiligte Forscher

Dr. Sonja Schönauer (Abt. für Byzantinistik und Neugriechische Philologie, Universität zu Köln)

 

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