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Napoleo Latinitate vestitus

Napoleo Latinitate vestitus:
Erstausgabe, Übersetzung und Kommentierung von vielen bisher unbekannten bzw. noch nicht veröffentlichten lateinischen Dichtungen zu Napoleon im 19. Jahrhundert

 

'Napoleon in lateinischen Texten seiner Zeit' gehört sicherlich zu den auch für die breite Öffentlichkeit interessantesten, heute jedoch allgemein fast völlig unbekannten und sogar von der Fachwissenschaft der Neolatinistik kaum beachteten Themen der neulateinischen Literatur. Rund 300 lateinische Gedichte (mit 27.000 Versen) wurden gesammelt, die die Entstehung und verschiedenen Ausprägungen des Bildes Napoleons beleuchten. Dabei stellt sich heraus, dass Napoleon wie nur wenige andere historische Persönlichkeiten sowohl euphorische Begeisterung als auch abgrundtiefe Verachtung ausgelöst hat.

Erstmals sollen die Napoleon betreffenden originellen lateinischen Gedichte, die von zahlreichen Autoren in ganz Europa vom ausgehenden 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts verfasst und zumeist publiziert wurden, heute jedoch allgemein in nahezu völlige Vergessenheit geraten sind, in einer kommentierten Gesamtausgabe (mit adäquaten metrischen Übersetzungen) vorgelegt werden. Vielfach orientierten sich die Dichter an klassischen antiken Vorbildern, vornehmlich an Vergil, Horaz und Ovid, den größten römischen Dichtern der Zeit des Kaisers Augustus; demgemäß sind viele kunstvolle Metren und poetischen Gattungen (von der Panegyrik bis zur Invektive) zu finden in den Gedichten, die in der Tradition der humanistisch geprägten neulateinischen Poesie auf einem hohen literarischen Niveau stehen. Darüber hinaus erweisen sich diese heute in Vergessenheit geratenen poetischen Texte auch als historische Originaldokumente, die für das Verständnis der Geschichte Zentraleuropas im 19. Jahrhundert von großer Bedeutung sind.

Einleitungen präsentieren grundsätzlich den historischen Hintergrund und den Aussagewert des betreffenden Gedichtes sowie eine Übersicht über verschiedene Aspekte des Gedichts (Autor, Fundort, Überlieferung, Rezeption u.a.) sowie einen Bestandsnachweis des Gedichtes. Übersetzungen werden in einer metrischen Form präsentiert.

 

Beteiligte Forscher

Dr. Hermann Krüssel (Aachen)
Dr. Karl August Neuhausen (Abt. für Griechische und Lateinische Philologie, Bonn)

 

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Erschienen ist bisher der erste Band:

In diesem Band, der die lateinischen Gedichte für und zum Teil auch gegen Bonaparte im Zeitraum von der Französischen Revolution bis fast zur Kaiserkrönung beinhaltet, werden rund 60 Texte mit insgesamt über 4.300 Versen nicht nur unter literarischen Aspekten, sondern auch aus historischer Perspektive gewürdigt. Zu den vorgestellten Autoren gehören aus Frankreich Paul-Henri Marron, Pierre-Noel Famin und Louis-François Caucy, aus den Niederlanden Jeronimo de Bosch und Sicco von Ommeren, aus Ungarn Georg Bucsánsky, aus Österreich Michael Denis, aus Deutschland Gottfried Jakob Schaller, Johann Georg Eck, August Christian Borheck, Johann Gerhard Joseph von Asten, Heinrich Wagner und Ferdinand Franz Wallraf, aus Italien Faustino Gagliuffi, Stefano Laonice und Michael Tertina, aus Schweden Johannes Lundblad und aus England Walter Savage Landor und Frederick John Robinson.

Hermann Krüssel
Napoleo Latinitate vestitus
Napoleon Bonaparte in lateinischen Dichtungen vom Ende des 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.
Band I: Von der Französischen Revolution bis zum Konsulat Bonapartes (1790-1804).
Texte gesammelt, übersetzt und erläutert von Hermann Krüssel.
2011.
XII/552 S. mit 23 Abb.
Pappband
Reihe: NOCTES NEOLATINAE Band 15


In Vorbereitung ist der zweite Band:

Der zweite Band beinhaltet in etwa 70 Gedichten Napoleons Rheinreise mit der anschließenden Kaiserkrönung (1804), die Entwicklungen des Jahres 1805, die zur Austerlitzschlacht führten, sowie Napoleons Verhältnis zu Preußen 1806/07. Es wird immer deutlicher, dass viele Dichter, teils in der Hoffnung auf ein neues Goldenes Zeitalter, teils auch aus persönlichen Gründen, ihren Beitrag zu einer Propaganda für Napoleon geleistet haben. Die Gedichte der Rheinreise verdeutlichen die offizielle Stimmung in Aachen, Köln, Frankenthal und Trier und mit dem Erfolg in der Austerlitzschlacht erfährt die Napoleonbegeisterung einen Höhepunkt, die von unterschiedlichen Berufsgruppen auch in lateinischen Gedichten geschürt wird. So gehören neben Paul-Henri Marron, dem Pastor der Reformierten Gemeinde in Paris, und Louis-François Cauchy, dem Generalsekretär des Senats in Paris, zu den huldigenden Dichtern der französische Ingenieur Louis-Antoine Beaunier, der Lehrer Pierre Crouzet, der Arzt Paul-Gabriel LePreux, der Kanoniker Jean Woirhaye aus Frankreich, der Politiker Charles Clément Roemers aus den Niederlanden, der spätere Kardinal Placido Tadini aus Italien und Nicolas Barret aus Lyon, der den Tagesablauf eines napoleonischen Festtages in seinen Einzelheiten beschrieb.

 

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